Die VAE haben eine lange Geschichte und jüngste Funde an der Ostseite des Hajar-Gebirges und im Westen von Abu Dhabi haben die früheste erwiesene Besiedlung der Emirate durch Menschen um mehrere Hundert Jahrtausende zurückgesetzt. Es wird angenommen, dass die VAE zu jener Zeit eine wichtige Rolle bei der Migration der frühen Menschen von Afrika nach Asien gespielt haben. Vor diesen kürzlich gemachten Funden setzte man die erste fest erwiesene Besiedlung durch Menschen auf die Zeit vor 7500 Jahren an, als das Klima noch feuchter war. Selbst für dieses frühe Stadium gibt es Nachweise einer Interaktion mit der Außenwelt, insbesondere mit Zivilisationen im Norden. Diese Kontakte dauerten an und dehnten sich, wahrscheinlich bedingt durch den Handel mit Kupfer aus dem Hajar-Gebirge, immer weiter aus. Gleichzeitig wurde aber auch das Klima zunehmend trockener und die Bewohner befestigter Oasen konzentrierten sich nun auf die Landwirtschaft.
Der Außenhandel, ein Leitmotiv in der Geschichte dieser strategischen Region, scheint auch später floriert zu haben, sicher auch bedingt durch die Domestizierung des Kamels gegen Ende des zweiten Jahrtausends. Gleichzeitig ermöglichte die Entwicklung neuer Bewässerungsmethoden (falaj-Bewässerung) die weitläufige Irrigation landwirtschaftlicher Anbauflächen, was eine wahre Besiedlungsexplosion innerhalb der Region zur Folge hatte.
Im ersten Jahrhundert n. Chr. bildeten der Karawanenverkehr über Land zwischen Syrien und Städten im südlichen Irak, gefolgt von Seereisen zum wichtigen Hafen Omana (der vielleicht das heutige Umm al-Qaiwain oder Dibba ist) und von dort aus nach Indien, bereits eine Alternative zu der von den Römern benutzten Seeroute über das Rote Meer. Seit Jahrtausenden war in dieser Gegend ausgiebig nach Perlen gefischt worden, und zu dieser Zeit erreichte der Handel neue Höhen. Auch die Seefahrt stützte diesen Handel, und die großen Basare in Dibba lockten Kaufleute aus weit entfernten Ländern wie China an.
Die Ankunft der Gesandten des Propheten Muhammad im Jahr 630 n. Chr. leitete die Bekehrung der Region zum Islam ein, wobei Dibba erneut eine bedeutende Rolle spielte – diesmal als Schlachtfeld für die Kämpfe, die nach dem Tod des Propheten stattfanden. Im Jahr 637 benutzten islamische Armeen Julfar (Ra's al-Khaimah) bereits als Stützpunkt für die Eroberung des Iran. Im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sich Julfar zu einer reichen Hafenstadt und zu einem maßgeblichen Perlenzentrum, von dem aus riesige, hölzerne Dhaus den Indischen Ozean in seiner gesamten Länge und Breite durchkreuzten und mit Mombasa in Kenia, Sri Lanka, Vietnam und China Handel trieben.
Die Ankunft der Portugiesen im Golf im sechzehnten Jahrhundert hatte blutige Folgen für die arabischen Einwohner Julfars und anderer Häfen der Ostküste wie z. B. Dibba, Bidiya, Khor Fakkan und Kalba. Doch während die europäischen Mächte um Vorherrschaft in der Region kämpften, nahm der mächtige heimische Clan der Qawasim an Stärke zu. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts verfügten die Qawasim bereits über eine Flotte von mehr als 60 Schiffen und fast 20.000 Seeleute, was schließlich eine britische Offensive zur Kontrolle der Seehandelsrouten zwischen dem Golf und Indien provozierte.
Im Landesinneren war der Bogen der Dörfer in den Liwa-Oasen seit dem sechzehnten Jahrhundert zu einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum für die Bani Yas geworden. Doch bald nach 1790 hatte sich die Stadt Abu Dhabi zu einem so bedeutenden Perlenzentrum entwickelt, dass der politische Führer des Bani Yas-Stammes, der Scheich der Al Bu Falah (Al Nahyan-Familie) aus den Liwa-Oasen dorthin zog. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts siedelten sich auch Mitglieder der Al Bu Falasah, eines Zweigs der Bani Yas, am Fluss in Dubai an und begründeten in jenem Emirat die Herrschaft der Maktoum.
Im Anschluss an die Niederlage der Qawasim unterzeichneten die Briten eine Reihe von Verträgen mit den Scheichs der einzelnen Emirate. Diese ab den zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts abgeschlossenen Verträge wurden später durch Abkommen zur Aufrechterhaltung eines Seewaffenstillstands ergänzt, mit der Folge, dass die Region den Beinamen „Trucial States“ (Vertragsstaaten) erhielt.
Die Perlenindustrie florierte unter den relativ ruhigen Bedingungen auf den Meeren im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert und lieferte den Einwohnern der Küstenregion des Arabischen Golfs Einkommen und Arbeitsplätze. Viele von ihnen waren halbnomadisch: im Sommer fischten sie Perlen, während sie im Winter ihre Dattelhaine betreuten.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die negativen, vom Ersten Weltkrieg und der wirtschaftlichen Depression der 1920er und 1930er Jahre verursachten Auswirkungen, die durch die japanische Erfindung der Zuchtperle noch verstärkt wurden, der heimischen Perlenindustrie den Niedergang. Auch als die seit Kurzem unabhängige Regierung Indiens den aus dem Golf importierten Perlen eine schwere Besteuerung auferlegte, hatte dies katastrophale Folgen für die Region. Trotz ihrer Findigkeit litt die Bevölkerung starke Not. Es gab fast keine Bildungsmöglichkeiten und keinerlei Straßen oder Krankenhäuser.
Doch da tauchte zum Glück das Erdöl auf. Kurz nach 1930 trafen die ersten Teams der Ölgesellschaften ein, um vorläufige Erkundungen zu unternehmen. 1958 fand man das erste kommerziell nutzbare Offshore-Ölfeld, und die erste Ladung Rohöl wurde 1962 aus Abu Dhabi exportiert. Dank der zunehmenden Einnahmen aus der Ölproduktion nahm Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan, der am 6. August 1966 zum Herrscher von Abu Dhabi gewählt worden war, ein gewaltiges Bauprogramm für Schulen, Wohnungen, Krankenhäuser und Straßen in Angriff. Als 1969 Dubais Ölexporte begannen, konnte Scheich Rashid bin Saeed Al Maktoum, der De-facto-Herrscher von Dubai seit 1939, ebenfalls die Öleinkünfte zur Verbesserung der Lebensqualität seines Volkes nutzen.
Im Anschluss an den britischen Rückzug aus der Golfregion wurde am 2. Dezember 1971 formell eine Föderation von anfangs sechs und später sieben Emiraten gegründet, die die Bezeichnung Vereinigte Arabische Emirate (VAE) trug. Scheich Zayed, der eine maßgebliche Rolle bei ihrer Gründung gespielt hatte, wurde ihr erster Präsident und Scheich Rashid ihr Vizepräsident.
Der Fortschritt in den VAE hat sich auf beispiellose Weise vollzogen, und man ist sich durchaus bewusst, dass die alten Bräuche, die das Leben früherer Generationen bestimmten, im Getriebe des modernen Lebens untergehen könnten. Das kulturelle Erbe zu erhalten und der heutigen Jugend das Brauchtum ihrer widerstandsfähigen Vorfahren nahe zu bringen sind wesentliche Komponenten der Regierungsstrategie der VAE. Musik, Tanz, Dichtung, Geschichtenerzählen, Perlenfischerei und Brauchtum und traditionelle Sportarten wie Falknerei, Kamelrennen und Dhau-Segeln sind gut gehütete Erinnerungen an die Vergangenheit.
Ein wichtiger Teil dieses Erhaltungsprozesses bestand darin, sicherzustellen, dass die greifbaren Beweise des reichen Kulturerbes der VAE nicht verloren gehen. Aus diesem Grund verlieh man der Bewahrung der zahlreichen einzigartigen archäologischen und architektonischen Stätten der Region sowie ihrer Manuskripte Spitzenpriorität. Literatur und Brauchtum werden eingehend studiert, während Museumsausstellungen, die Erhaltung traditioneller Dörfer und der Wiederaufbau vergangener Baudenkmäler dabei halfen, einen Kontext und ein Gefühl für das Kulturerbe zu schaffen.
Die lnsel Saadiyat ist ein wichtiges Element in Abu Dhabis ehrgeizigen Plänen zur Umwandlung des Emirats in ein bedeutendes Tourismusziel, wobei der Kulturtourismus die Antriebsfeder in diesem inspirierenden Projekt ist. In Saadiyats Kuturdistrikt entstehen eine Reihe großartiger und innovativer Bauten, die von führenden Architekten entworfen wurden: Jean Nouvels Louvre Abu Dhabi umspannt die Jahrhunderte rund um den Globus und zeigt Arbeiten aus vielen unterschiedlichen Zivilisationen, Sir Norman Fosters Zayed National Museum würdigt Lebenswerk und Errungenschaften des verstorbenen Scheichs Zayed bin Sultan Al Nahyan sowie das große Kulturerbe des Landes, während zeitgenössische Werke von einheimischen wie ausländischen Künstlern in Frank Gehrys Guggenheim Abu Dhabi gezeigt werden.
Ausstellungen, Kunstgenüsse und weitere kulturelle Programme können Sie in Manarat Al Saadiyat und dem VAE-Pavillon auf der Insel Saadiyat genießen. Darüber hinaus ebnen aktuelle Käufe den Weg zur eröffnung des Museums. Der Louvre Abu Dhabi soll 2015 fertiggestellt werden, das Scheich Zayed Nationalmuseum im Jahr 2016 und das Guggenheim Abu Dhabi 2017.
Qasr al Hosn
Das im Zentrum von Abu Dhabi gelegene Qasr al Hosn ist das älteste Gebäude von Abu Dhabi und seit dem 18. Jh. die Wohnung der Herrscher des Emirats.
Cultural Foundation
Die unweit von Qasr al Hosn gelegene Cultural Foundation ist das Kunst- und Kultur-Zentrum Abu Dhabis.
Abu Dhabi Heritage Village
Dieses kleine Dorf in malerischer Lage mit Blick auf die Corniche unweit vom Hafendamm in Abu Dhabi wird vom Emirates Heritage Club geführt und versetzt die Besucher direkt in die Vergangenheit.
Al Ain Nationalmuseum
Das Museum im Herzen von Al Ain verfügt über eine umfassende archäologische und ethnografische Sammlung, darunter auch einige herrliche Goldanhänger aus dem zweiten Jahrtausend.
Al Ain Palastmuseum
Es war dies ehemals das Stammhaus der Herrscherfamilie, und heute versetzen die Räume dieses prächtig restaurierten Forts die Besucher in eine von der Natur geprägte Ära.
Hili Archäologischer Park, Al Ain
Die Gartenanlagen und das Gelände dahinter sind Ort zahlreicher Ausgrabungen aus der Bronze- und Eisenzeit, die bis in die Zeit um 2500 bis 400 v.Chr. zurückgehen.
Jahili Fort, Al Ain
Dieses eindrucksvolle restaurierte Fort auf eigenem Gelände befindet sich unweit von den öffentlichen Gartenanlagen.
Jabel Hafit Gräber
Die Ausgrabungen am Jabel Hafit in der Nähe von Al Ain brachten zahlreiche Gräber zutage, die aus der Zeit von 3200 bis 2700 v.Chr. stammen. Anhand der wiederhergestellten Gräber sind die verschiedenen Bauphasen ersichtlich, die zu ihrer typischen bienenkorbähnlichen Form führten.
Dubai Museum
Das bezaubernde Dubai Museum ist im 1799 erbauten Al Fahidi Fort in Bur Dubai untergebracht.
Bastakiya-Bezirk, Dubai
Dies war das ehemalige Handelsviertel im alten Dubai. Heute ist es für seine wunderschönen alten Häuser mit ihren Windtürmen berühmt. Die Türme haben eine rechteckige Bauform, die den Wind einfängt und dann im Haus in Umlauf bringt.
Heritage and Diving Village, Dubai
In dem am stimmungsvollen Dubai Creek neben Scheich Saeed Al Maktoums Haus in Al Shindagha gelegenen Dorf ist das Seefahrtserbe von Dubai wieder auferstanden.
Hatta Heritage Village
In dieser Kulturerbestätte im Zentrum der Stadt Hatta führen zahlreiche Ausstellungen den traditionellen Lebensstil der Bewohner dieses Gebiets im Landesinneren vor Augen.
Sharjah Museen
Sharjah wartet mit den verschiedensten Museen auf, u.a. für Archäologie, Wissenschaft, Tierwelt, Seefahrt und vielen mehr.
Sharjah Kunstbereich
Dieser an der Corniche nördlich der Burj Avenue gelegene Kunstbereich umfasst fünf historische und architektonisch bedeutsame Gebäude sowie eine Moschee, die auf das Ende des 18. Jh. zurückgeht.
Sharjah Heritage Area (historischer Bereich)
Auf der anderen Seite der Burj Avenue umfasst dieser preisgekrönte historische Bereich den herrlich renovierten Souq al-Arsah, Versammlungsorte und kleine Museen.
Umm al-Qaiwain Fort und Museum
Das renovierte Fort diente ehemals als Polizeipräsidium von UAQ und verfügt über attraktive majilis (Versammlungsräume) mit geschnitzten Holzbalkonen und hohen Decken.
Ajman Fort und Museum
Dieses faszinierende Museum wurde 1981 in dem imposanten alten Fort aus dem 18. Jh. eröffnet, das bis 1970 Palast und Amtssitz des Herrschers war, und dann als Hauptwache der Polizei diente.
Ra's al-Khaimah Fort
Das 1749 erbaute Fort beherbergt eine faszinierende Sammlung archäologischer Artefakte von zahlreichen Grabungsstätten in den Emiraten.
Fujairah Fort
Dieses angeblich 360 Jahre alte Fort liegt auf einem Hügel am Rand von Dattelgärten, umgeben von den Überresten alter Stadthäuser.